Talk am Dom

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Menschen - Themen - Standpunkte

5. Talk am Dom - 09.04.2014

Fulda (bpf). Eine Frau und vier Männer, die sich in Kirche und Gesellschaft besonders engagieren, hatte Moderator Klaus Depta jüngst zum fünften „Talk am Dom“ eingeladen. Rainer Bonhof, Vizepräsident von Borussia Mönchengladbach und Weltmeister von 1974, der evangelische Pfarrer und Harfenvirtuose Andy Lang, die Feuerwehrfrau Kerstin Burkard, Musicalproduzent Peter Scholz und Matthias Kopp, Pressesprecher der Deutschen Bischofskonferenz, sprachen mit Depta im vollbesetzten Café „Ideal“ über ihre Arbeit und ihr Leben. Andy Lang begleitete den Gesprächsabend mit seiner Harfe und eigenen Songs über Glaube und Liebe im keltisch-irischen Stil.

Rainer Bonhof, Katholik niederländischer Abstammung vom Niederrhein, ist seit dem WM-Endspiel von 1974 bekannt, in dem er Gerd Müller die Vorlage zum 2:1 gegen die Niederlande lieferte, und hat sich nicht nur um den Fußball, sondern auch um hilfsbedürftige Menschen verdient gemacht. So ist er seit 2010 Sportbotschafter des Projekts „BigShoe“, durch das mit großzügigen Spenden Ärzte im Windschatten großer Fußballereignisse Kindern dringend notwendige medizinische Hilfe zukommen lassen. Im Zuge der WM 2010 in Südafrika wurden 277 Kinder operiert. „Wichtiger als der WM-Sieg 1974“ war Bonhof die Begegnung mit Papst Benedikt XVI., der einen Schuh mit den Unterschriften der deutschen Nationalspieler und Nelson Mandelas in einer Audienz segnete.


Vor dem Hintergrund seiner eigenen behüteten Kindheit möchte Pfarrer Andy Lang von der evangelischen Kirche in Bayern der nächsten Generation auch den eigenen Glauben und die erfahrene Liebe nahebringen. Seit einem Englandaufenthalt 1991 begeistert er sich nicht nur für die Theologie, sondern auch für die Musik – er ist gewissermaßen der „Rockmusik-Pfarrer“ der bayerischen Landeskirche. Seine musikalische Tätigkeit mit Gesang und Harfe sieht er als „Aufbau einer Gemeinde“ und will Menschen auf Pilgerreisen nach Irland und Schottland die Begegnung mit Gott und sich selbst ermöglichen. Unvergesslich ist ihm die Segnung, die er selbst nach einem Konzert von einem Mann mit Down-Syndrom erhalten hat.


Rainer Bonhof

Kerstin Burkard

Matthias Kopp

 

Andy Lang

Peter Scholz

 

 

Menschen in Not zu helfen ist der Feuerwehrfrau Kerstin Burkard aus Uttrichshausen seit ihrem 18. Lebensjahr ein Herzensanliegen – und ein Gebot christlicher Nächstenliebe. Das bringt sie auch den 6- bis 10-Jährigen der 2009 gegründeten Kinderfeuerwehr nahe, die spielerisch den richtigen Umgang mit Feuer lernen. Immer wenn sie aus ihrem Alltag und ihrer Familie herausgerufen wird, um Menschen in Not zur Hilfe zu eilen, schickt sie ein Stoßgebet zum Himmel. „Der Umgang mit Todesfällen im Einsatz ist sehr schwer, denn die Bilder bleiben“, betont sie. Oft betet sie auch für die Angehörigen eines Unfallopfers. Kraft für den nicht leichten Dienst findet sie im Glauben. Wichtig ist es ihr aber auch, dass der ehrenamtlichen Tätigkeit der Feuerwehren Respekt und Anerkennung entgegengebracht wird.


Peter Scholz aus Fulda hat mit Komponist Dennis Martin im Jahr 2004 sein erstes Musical produziert – Thema war niemand Geringeres als der Begründer der Kirche von Fulda, der heilige Bonifatius. „Seine Botschaft von damals ist aus heutiger Sicht sehr modern“, zeigt er sich überzeugt. Mit über 200 Vorstellungen hat das gesungene Leben des Heiligen viele Menschen aus der Region und darüber hinaus in seinen Bann gezogen. Scholz stellt heraus, dass seine Produktionsgesellschaft sich aus dem Vorverkauf der Karten finanziert und nicht mit Krediten arbeitet. 2007 folgte ein weiteres kirchlich inspiriertes Musical über die heilige Elisabeth in Eisenach. 2013 wurde das Leben des sozialreformerischen Priesters Adolph Kolping als Musical auf die Bühne gebracht, das 2014 erneut in Fulda läuft.

  

 

 

Fotos: Ralph Leupolt

 


Von seiner Arbeit für die katholische Kirche in Deutschland weiß der Pressesprecher der Deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp, engagiert und eloquent zu berichten. Der Theologe und christliche Archäologe ist seit sechs Jahren als Ansprechpartner für Presse und Öffentlichkeit für die deutschen Bischöfe tätig und hat nicht nur Schönes, sondern auch manche Krise erlebt. In dem Prüfbericht über die Ereignisse um den Bischofssitz in Limburg zeigt sich seiner Ansicht nach, wie wichtig Offenheit und Transparenz für die Kirche sind. Gerade die Offenheit Roms im Fall Limburg hat ihn darin bestärkt, dass die Kirche auf dem richtigen Weg ist, verloren gegangenes Vertrauen wiederzugewinnen. Selbst tief getroffen hat ihn der Missbrauchsskandal des Jahres 2010, weil es möglich war, dass eine kleine Minderheit sich rücksichtslos an Opfern verging und die gute Arbeit der Kirche zunichte machte. „Die Begegnung Papst Benedikts XVI. mit fünf Missbrauchsopfern während seines Deutschlandbesuchs 2011 war sehr wichtig.“ Die katholische Kirche sorge nun für eine gute Prävention und arbeite weiter das Geschehene auf: „Wir können die Hände nicht in den Schoß legen.“ Die einfache Sprache von Papst Franziskus begeistert nach Kopps Erfahrungen viele Menschen, und wieder mehr wird deutlich, dass die Kirche für die Armen da sein muss.


Am Freitag, 11. April, läuft die gesamte Veranstaltung um 20 Uhr im Offenen Kanal Fulda; die Gespräche mit den Gästen werden ab 25. April einzeln wiederholt. Zu einem späteren Zeitpunkt werden die Gespräche auch im Bibel-TV gesendet.