Talk am Dom

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Menschen - Themen - Standpunkte

3. Talk am Dom - 10.04.2013

Fulda (bpf). Drei Frauen und zwei Männer aus verschiedenen Bereichen der Gesellschaft hatte Moderator Klaus Depta jüngst zum dritten „Talk am Dom“ eingeladen: Elektromeister Marco Möller vom Caritas-Verband, der Menschen beim Energiesparen hilft, die christliche Musikerin Yasmina Hunzinger, die bei „The Voice of Germany“ 2011 mitmachte, den Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen, der seine Diözese seit fast zwölf Jahren leitet, Sterbebegleiterin Barbara Maicher vom ambulanten Hospiz- und Beratungsdienst „Da-Sein“ der Malteser und Regisseurin Cornelia Grünberg, deren Berlinale-Film „Vierzehn“ über vier Mädchen, die mit 14 Jahren Mütter geworden sind, im Mai in die Kinos kommt. Sängerin Yasmina begleitete den Gesprächsabend mit ihrer klangvollen Stimme und Songs von Glaube und Hoffnung.

 

Marco Möller hilft als „Energiesparchecker“ Menschen, die öffentliche Unterhaltsleistungen beziehen, mit den immer mehr steigenden Energiekosten zurechtzukommen. Er berichtet davon, wie er älteren Menschen zeigt, dass beim Wasserverbrauch der Toilettenspülung etwa gut 50 Prozent eingespart werden kann, ebenso beim Stromverbrauch, wenn man abschaltbare Steckdosenleisten verwendet. „Unser Hilfsprojekt, das derzeit bis 2015 läuft, spricht sich unter Leistungsempfängern durch Weiterempfehlung herum“, betont er. Leider komme er aber an manche Leute, denen er gerne helfen würde, nicht heran. Yasmina Hunzinger, deren großes Vorbild Luciano Pavarotti war, trat seit frühester Kindheit mit ihrer Mutter auf. Heute macht sie professionell Musik und hat schon zahlreiche CDs eingespielt. Die in Köln lebende Schweizerin erzählt von ihren Erfahrungen im Showgeschäft, in dem es mit wirklichen Freundschaften oft schwierig sei. Es ist ihr wichtig, wahrhaftig zu sein und sich treu zu bleiben. „Gott stärkt mich, auf ihn kann ich mich verlassen“, hebt sie hervor. Ihr Song „Solid Ground“ greift diesen Gedanken auf. Sorge macht ihr, dass heutzutage Beziehungen so leicht auseinanderbrechen, weil viele sich nicht mehr binden wollen.

 

Marco Möller

Yasmina Hunzinger

Bischof Heinz Josef Algermissen

 

Barbara Maicher

Cornelia Grünberg

 

 
Menschen als Seelsorger mitzunehmen in die Beziehung zu Gott und vor allem dem Leben den Vorrang zu geben, ist dem Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen ein Herzensanliegen. Als er im Juni 2001 von der Mitteilung, dass er Bischof von Fulda werden solle, überrascht wurde, wusste er, dass er nicht nein sagen durfte: „Man soll dahin gehen, wohin man geschickt wird“. Der Lebensschutz ist für den Bischof umfassend – so tritt er als Präsident von Pax Christi dagegen ein, dass in Afghanistan Krieg geführt wird, und macht sich im Bereich der Bioethik für die Schwachen stark. „Abtreibung ist eine Form von Gewalt, und auch die PID führt zu Gewalt gegenüber Behinderten“, stellt er heraus. So stellt er sich auch vehement gegen jede Form von Euthanasie. „Ein Mensch darf nicht durch die Hand eines anderen Menschen, sondern sollte an der Hand eines anderen sterben“, sagt er mit Blick auf eine menschenwürdige Sterbebegleitung. Schockiert haben Bischof Algermissen die Missbrauchsfälle, die sich innerhalb der katholischen Kirche ereignet haben. „Wir müssen die Opfer im Blick behalten, die Täter aber rigoros zur Anzeige bringen und auch kirchlich bestrafen.“

 

 

Fotos: Ralph Leupolt


Von ihren tiefgehenden Erfahrungen mit der Begleitung Schwerstkranker und Sterbender weiß Barbara Maicher vom ambulanten Hospizdienst der Malteser in Fulda eindrucksvoll zu berichten. „Gelernte Krankenschwester zu sein so wie ich ist keine Voraussetzung, um ehrenamtlich bei der Sterbebegleitung zu helfen – jeder ist willkommen“, macht sie deutlich. Nachgefragt würden von den Sterbenden und ihren Familien Beistand, einfach Zuhören, auch Gespräche über den Sinn des Leidens. „Das dient auch der Auseinandersetzung mit der eigenen Sterblichkeit.“ Leid könne man nicht einfach „wegtrösten“, sondern viele Dinge müsse man stehenlassen können. Sterben und Tod thematisiert sie auch beim Besuch von Schulklassen. Cornelia Grünberg, die Regisseurin von „Vierzehn“, hat in ihrem ersten Dokumentarfilm aus dem Jahr 2012 vier junge Frauen begleitet, die mit 14 schwanger wurden und ihre Babys trotz aller Widerstände zur Welt brachten. Ihr war es wichtig, das Thema authentisch mit echten Betroffenen und nicht mit Jungschauspielerinnen aufzugreifen. Bei der Kontaktaufnahme half ihr der Sozialdienst katholischer Frauen. „Ich hatte sehr schöne Erfahrungen mit den Mädchen und ihren Babys, deren Entwicklung ich begleiten durfte“, betont sie. Eine freundschaftliche Beziehung zu den jungen Frauen habe sich ergeben, als sie den „persönlichsten Film, den ich in meinem Leben gemacht habe“, drehte. Es sei ein einfühlsamer Film geworden, der nichts beschönige. Sie plant die Filme „Achtzehn“ und „Achtundzwanzig“, die das weitere Leben der Mädchen und ihrer Kinder thematisieren.

 

Die nächste Talkrunde steuert Klaus Depta am 25. September an und freut sich wieder auf zahlreiche Zuschauer im „Ideal“.